VIERTER DEZEMBER

Heute möchte ich euch etwas über Laufblockaden erzählen. Gemäss der Wissenschaft befallen diese vor allem erfahrene Läufer. Leute die schon lange Laufen. Dabei spielt es keine Rolle ob seit Jahren im gleichen Tritt gelaufen wird oder regelmässig qualitativ gute Trainings mit Abwechslung absolviert werden. Jede und jeden kann es treffen.

Plötzlich ist die Motivation weg
Keine Lust die Laufschuhe zu schnüren und wie gewohnt los zu laufen. Die innere Stimme meldet sich „Lauf los, du musst laufen gehen, du faule Socke!“ Und trotzdem schiebt man Alibis wie zu viel Arbeit, keine Zeit, das Wetter oder was sonst gerade zur Hand ist vor. Dazwischen immer wieder diese fiese Stimme „Lauf endlich los, Faulpelz! Wenn du jetzt nicht läufst, ist alles vorbei“! Innerlicher Druck baut sich auf, man wird unzufrieden mit sich selbst und blockiert so die gesamte Lust und Freude am Laufen!

Was jetzt?!?
Bloss nicht die Nerven verlieren und sich unnötig in einen Zwang hinein steigern. Was ist jetzt zu tun? Eigentlich nichts! Den inneren Druck abbauen, bewusst NICHT LAUFEN. Es ist in Ordnung sich eine Auszeit zu gönnen, es ist auch ok keinen Laufdrang zu verspüren. Das macht einen nicht gleich unsportlich. Statt dessen sollte die freie Zeit genossen werden. Neue Sportarten ausprobieren, ein gutes Buch lesen, einen schönen Familien- oder Kinoabend geniessen, chique Essen gehen, was immer gerade Spass und Freude macht. Es nützt nichts, sich in solchen Situationen Vorsätze wie „nach Weihnachten lege ich wieder richtig los“ zu machen. Der Tag X nach Weihnachten kommt vielleicht schneller als gewünscht. Die Motivation wieder zu laufen aber, ist bis dahin möglicherweise immer noch nicht wieder gefunden.

Abwarten und Tee trinken
Das alte Sprichwort bewährt sich auch bei einer Laufblockade. Irgendwann kommt die Lust zu Laufen von ganz alleine wieder zurück. Ich habe dieses Gefühl, wenn man ganz zappelig wird, selbst bereits erlebt. Nach Wochen in denen ich überhaupt keinen Bock hatte zu laufen war es wundervoll zu fühlen, wie mich der Drang endlich meine Laufschuhe anzuziehen und los zu laufen erfasst hat. Es hat mich nichts mehr gehalten. An diesem Tag habe ich früh Feierabend gemacht, bin nach Hause und schon während ich mich umzog konnte ich mein breites Grinsen spüren. Habe gefühlt, wie sich meine Schritte anfühlen. Ich bin einfach los gelaufen, ohne Pulsuhr, ohne Trainingsplan, einfach nur gelaufen. Und es hat so gut getan!

Ursachen für Laufblockaden
Angefangen bei der Angst sich zu blamieren bis hin zur Furcht vor freilaufenden Hunden. Nachdem ich meine Motivation wieder gefunden hatte, habe ich nach den jeweiligen Trainings bewusst aufgeschrieben, was während des Laufens in mir vorgegangen ist. Ich musste mir eingestehen, dass meine Gedanken einfach nicht bei mir waren:

  • Mein Hintern schwabbelt bestimmt ganz arg wenn ich renne
  • Die Leute werden denken, die lahme Schnecke wär mal besser zu Hause geblieben
  • Der/Die denkt bestimmt auch, „Ja Mädchen mit teuren Klamotten läufst du weder schneller noch besser“
  • Scheiss Pulsuhr ständig schau ich nach was meine Herzfrequenz macht
  • Oh nein, jetzt kommt auch noch ein Hund auf mich zu gerannt

Die Liste kann um ein Vielfaches verlängert werden. Irgendwann aber muss ein Schlusspunkt gesetzt und Fazit gezogen werden. Meinem Mann, der übrigens gnadenlos ehrlich ist, verdanke ich es, dass ich heute Laufen kann ohne mich um andere Leute zu scheren.

  • Mein Hintern geht nur mich was an, wer ihn nicht mag soll weg sehen
  • Lieber langsam, aber ausgerüstet mit guten Grundlagen und wer definiert eigentlich wie schnell langsam ist?
  • Pha, vielleicht lauf ich mit Funktionsbekleidung nicht schneller oder besser, aber definitiv richtig ausgerüstet!
  • Die Uhr einfach mal zu Hause lassen und einen I feel Good-Lauf machen (bei mir selben, aber es kommt vor)
  • Hunde sind ein echtes Problem, wenn man ängstlich ist. Nur Mut, einfach weiterlaufen, gar nicht hinsehen. Die meisten Hundebesitzer rufen ihre Lieblinge zurück.

Es ist wichtig bei sich zu sein, wenn man läuft. Eins mit sich zu sein und sich von nichts und niemandem aus dem Tritt bringen zu lassen. Heute gehe ich vor einem Lauf das geplante Training durch, fokussiere mich auf das was ich erreichen möchte und lasse mich höchstens durch Selfies oder Fotoaufnahmen der Laufstrecke stören.

Wie sieht es bei euch aus, kennt ihr Laufblockaden und was unternehmt ihr dagegen? Ich würde mich freuen, den ein oder anderen Kommentar von euch zum Thema zu erhalten.

Heute gab es nichts zu gewinnen, vielleicht morgen wieder! Komm doch einfach vorbei und klicke auf das passende Türchen im Adventskalender. Möglicherweise erwartet dich dort eine kleine Überraschung!

Adventskalenderhinweis

 

Ana

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Auf www.waytoirongirl.ch findest du alles Wissenswerte zum Thema Triathlon - weil Triathlon mehr als nur (m)ein Hobby ist!

2 thoughts on “VIERTER DEZEMBER

  1. Der Beitrag kommt ja genau zum richtigen Zeitpunkt. 🙂
    Befinde mich gerade in so einer Unlustphase. Nach meinem Herbstmarathon habe ich recht schnell wieder relativ intensiv trainiert um möglichst kein Bisschen Form zu verlieren. Obwohl irgendwie keine Lust mehr hatte, habe ich mich jeden Tag zu einem Lauf gezwungen. Aber lang könnte das nicht gut gehen, sodass aus einer kleiner Pause jetzt schon mehrere Wochen (oder ist es sogar schon ein Monat?) ohne Trainingslauf geworden sind.
    Was ich dagegen mache, kann ich jetzt noch gar nicht sagen, bin ja noch mitten drin. Aber mein Startplatz beim Berlinmarathon 2016 wird hoffentlich den Motivationsschub bringen bald wieder los zu traben.

    1. Hallo Flip, freut mich, dass dir der Beitrag gefällt! Ich wünsch dir, dass die Unlust-Phase bald überstanden ist und bis dahin die viele Zeit geniessen und einfach machen worauf du Lust hast!

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