BEAT THE SUN – WETTLAUF GEGEN DIE SONNE

In vier Tagen ist es soweit – am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, versuchen Team-Staffeln bestehend aus Profi- und Amateurläufern nicht nur gegeneinander an zu laufen, sondern auch noch schneller zu sein, als die Sonne. In der Zeit von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang muss der höchste Berg der Alpen, der Mont Blanc, umrundet werden. 

Drei Länder, ein Tag und unzählige Höhenmeter

Seit dem 25. Mai steht fest, wer nebst den Profis als Amateurläufer bei der Challenge mit und gegen die Sonne um die Wette laufen darf. Unter anderem auch ein Schweizer! Roland „Roli“ Zeindler konnte sich mit seiner Bewerbung, seinem Know-How im Traillauf und einer guten Social Media-Kampagne gegen seine Konkurrenten durchsetzten.

Wie viel Fleiss und Training hinter so einer Bewerbung steckt lässt sich erahnen, wenn man Rolis Facebook-Profil etwas genauer unter die Lupe nimmt. Mir hat das natürlich nicht gereicht und so habe ich Roli um ein Interview gebeten. Ich freue mich sehr, dass er sich auch dafür noch die Zeit genommen hat!

Bild: Roland Zeidler - Fotocredit: Enzo Lopardo (http://www.lopardo-media.ch)
Bild: Roland Zeidler – Fotocredit: Enzo Lopardo (http://www.lopardo-media.ch)

Mit Eigeninitiative zur unvergessliche Challenge

Als Breitensportler konnte man sich für BEAT THE SUN nicht einfach anmelden, wie für jeden anderen Wettkampf. Auf Grund des grossen Interesses musste man sich bewerben. Das war Roli nicht von Anfang an klar. Ich kannte den Event aus den einschlägigen Medien und fand es spannend, den Fragebogen auszufüllen. Fragen zu beantworten, in denen es um die Motivation zu Laufen, um persönlich wichtige oder besonders schöne Lauferlebnisse, um die Affinität zum Mont Blanc oder um die Berge generell geht. 

Als ambitionierter Trailläufer reizt Roli an BEAT THE SUN einerseits die Idee per se. Andererseits, erzählt er mir, ist es die Herausforderung in einer gemischten Staffel aus Elite- und Hobbyläufern zu starten und gemeinsam zu versuchen, das Mont Blanc Massiv während des längsten Tages zu umrunden. ASICS verbindet mit diesem Projekt auf eine gelungene Art und Weise den Profi- mit dem Breitensport! Schafft Möglichkeiten Läufer/innen aus aller Welt kennen zu lernen und sich so zu vernetzten. Daraus können spannende Bekanntschaften fürs ganze Leben entstehen. 

Als „Bergler“ ist Roli natürlich sehr gespannt auf seine Teamkameraden und alle anderen Teilnehmer/innen. Der Mont Blanc bedeutet ihm persönlich viel. Bereits mit 16 Jahren stand ich erstmals auf seinem Gipfel. Für mich war das der Moment, in dem ich meine Liebe zu den Bergen entdeckte. Seitdem hat Roli einige Berge der Alpen bestiegen und den Mont Blanc von unzähligen Gipfeln aus gesehen. Es ist jedes Mal eindrücklich das gesamte Massiv vor sich zu sehen! Ich kann es ihm nachfühlen auch ohne mich übermässig oft auf Trails zu bewegen! Wer die Berge einmal in sein Herz geschlossen hat, wird sie immer lieben!

Auch das Trailrunning-Mekka Chamonix ist Roli natürlich nicht fremd. Der jährlich stattfindende UTMB ist das Nonplusultra in der Szene. Die kürzere Version von Courmayeur über Champex nach Chamonix mit 86km und einigen tausend Höhenmetern habe ich auch schon absolviert. Der Versuch, die gesamte UTMB-STrecke unter die Füsse zu bewältigen scheiterte in Courmayoeur nach rund 80 Kilometern wegen Fussproblemen.  Irgendwie bin ich mir sicher, dass sich Roli dieser Herausforderung eines Tages ein zweites Mal stellen wird.

Ein Schweizer Hobbyathlet hat’s gepackt

Vorderhand, steht Roland Zeindler aber vor seiner Teilnahme an ASICS Beat the Sun! Er ist der einzige Schweizer Hobbyläufer am Start zum Wettlauf mit der Sonne. Das ist natürlich etwas ganz besonderes. Ganz alleine bin ich als Schweizer aber nicht. Mit Emmanuel Vaudan steht ein Schweizer Eliteläufer am Start der Challenge. Er wird gleichzeitig Chef des Teams Central Europe sein. Um die Teilnahme an Beat the Sun haben sich über 10’000 Hobbyläufer/innen beworben. Als einziger Schweizer Amateur sämtliche Hürden geschafft zu haben ist ein tolles Gefühl. Roli dachte erst, dass es sich um einen Scherz handelt, als die Nachricht kam, dass er es ins Halbfinale von weltweit 50 Amateurläufern geschafft hat. Sofort fing ich an, über Social Media Werbung für mich und meine Teilnahme bei BEAT THE SUN zu machen. Roli plaudert aus dem Trailläufer-Kästchen und erzählt, dass es auch für ihn als Marketing-Experten nicht ganz einfach war, eine Social Media-Kampagne für sich selbst zu fahren. Ich finde, es ist ihm grossartig gelungen!

BEAT THE SUN ist für mich ein absolutes Once-in-a-liftime-Event. So eine Chance werde ich nie wieder erhalten. Die Zeit in Chamonix möchte ich nach Möglichkeit genissen und natürlich während dem Lauf Vollgas geben. Die genaue Streckenzuteilung wird erst in den kommenden Tagen innerhalb der Teams besprochen. Die Runde, die es zu laufen gilt, umfasst 130 Kilometer, aufgeteilt in  12 Teilstrecken. Jeder Läufer legt zwei Etappen zurück.

Laufend vorbereitet

Roland Zeindler geht gut vorbereitet an den Start. Seit 1987 läuft er regelmässig und hat damit eine hervorragende Basis. Ausserdem hat er an unzähligen Bergläufen, Marathons und Ultras teilgenommen. Mein Training habe ich nicht gross geändert, höchstens noch einige Hügelläufe eingebaut. Die zwei Etappen, die ich laufe, sind technisch teilweise sehr schwierig. Die ideale Vorbereitung à la Zeindler war, technisch anspruchsvolle Bergwanderungen in Trailschuhen zu absolvieren. Exakt die Trailschuhe die inzwischen mit ihm und seinem Gepäck in Chamonix eingetroffen sind.

Dort wird er in den nächsten Tagen seine Teammitglieder endlich persönlich kennen lernen. Er freut sich auf die anstehenden Briefings, die Trainings – ganz besonders die Gletschter- und Klettersteigtrainings, die Pressekonferenzen und natürlich auf die gemeinsame Teamzeit mit der anschliessenden Herausforderung #beatthesunIch hoffe, das Wetter wird nicht zur grössten Herausforderung. Die technischen Strecken und natürlich auch ein gewisser Leistungsdruck werden mich dann schon fordern.

Breitensportler & Organisatoren die beeindrucken

Roland Zeindlers Palmares ist beeindruckend! Er ist ein Hansdampf in allen Gassen! Bis heute hat er an rund 300 Laufwettkämpfen teilgenommen. Davon an 70 Marathons/Ultras wie dem Jungfrau Marathon oder dem Swiss Jura Marathon. Er hat den Denali in Alaska bestiegen und weiss aus eigener Erfahrung, was es heisst einen solch grossen Event wie ASICS Beat the Sun zu realisieren. Anlässlich der Leichtathletik EM 2014 in Zürich stand Roli als OK-Mitglied und Streckenchef Road Races an vorderster Front. Ich weiss gut, was es bedeutet, einen solchen Grossanlass zu organisieren und durchzuführen. 

Schon allein die Logistik für diesen einen Tag muss immens sein! Während ich schreibe, versuche ich mir vorzustellen, wie es in Chamonix gerade zugeht. Bestimmt arbeiten alle auf Hochtouren und treffen die letzten Vorbereitungen. Stellt euch vor, wie viele Streckenmarkierungen angebracht werden müssen, wie aufwändig die Sicherheitsvorkehrungen sind oder wie anspruchsvoll die Koordination der Läufertransporte ist. Gerade jetzt würde ich gerne mitten in dieser Hektik stehen und die Atmosphäre in mich aufsaugen. Teil eines solchen Events zu sein, muss grandios sein – egal ob als Sportler/in oder als Helfer/in.

Mein kleiner Beitrag zu BEAT THE SUN by ASICS  endet hier, ich hoffe, dass ich euch für einen kurzen Augenblick entführen konnte, in die Welt eines Trailrunners.

Roli Zeindler wünsche ich ganz viele spannende Begegnungen, bleibende Eindrücke und ein unvergessliches Erlebniss am Mont Blanc.

Übrigens meine letzte Frage „Was kommt nach BEAT THE SUN?“ Gute Frage 😉

Nice to know

ASICS hat nur die besten der besten aus der Profiliga für das Rennen an den Start gerufen:

Emmanuel Vaudan (CH), Ryan Hall (USA), Deena Kastor (USA), Matty Hynes (GB), Erben Wenenmars (NL), Megan Kimmel (USA), Pablo Villalobos (E), Iaza Feitoza (BR), Jonas Buud (S), Xavier Chevrier (I) und David Le Porho (CA).

 

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Ana

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Auf www.waytoirongirl.ch findest du alles Wissenswerte zum Thema Triathlon - weil Triathlon mehr als nur (m)ein Hobby ist!

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