{FILMTIPP} FREE TO RUN

Als eine Hommage an die Freiheit des Laufens und an all jene, welche dies erst möglich gemacht haben, erzählt der Kinofilm FREE TO RUN des Regisseurs Pierre Morath die unglaubliche Geschichte, wie das Laufen zur universellen Passion wurde. Zitat  FREE to RUN

Im Rahmen der FREE to RUN Vorpremiere im Kino Rex in Thun hatte ich bereits am vergangenen Montag die Gelegenheit den Film zu sehen. Der Film bietet beeindruckende Bilder früherer Zeiten aus Filmarchiven und aktuellen  Aufnahmen. Als begeisterte Läuferin war ich fasziniert von der Dokumentation, der Arbeit die dahinter steckt und der Leidenschaft und Emotionalität von FREE to RUN.

In 7 Jahren Arbeit wurden insgesamt 6000 Stunden Archivarbeit geleistet und rund 55 Interviews à je zwei Stunden geführt. Das Resultat ist ein spannender und zugleich rührender Film, der eine Welt aufzeigt, in der Läufer als Spinner, Exzentriker und Rebellen galten. An laufende Frauen war damals überhaupt nicht zu denken. Frauen war es schlicht weg verboten zu laufen.

FREE to RUN
Bildquelle: www.freetorun.ch

All das änderte sich mit Fred Lebow, Katherine Switzer, Noël Tamini, Steve Prefontaine, Frank Shorter und einigen unbekannten Laufbegeisterten. Diese fünf haben massgeblich dazu beigetragen, dass der Laufsport die Anerkennung fand, die er verdient hat – das Frauen laufen dürfen und offiziell zu Wettkämpfen zugelassen sind – das Profi-Läufer/innen wie Profis behandelt werden und nicht nur als Geldmaschine für Verbände und Kommissäre fungieren.

Bildquelle: www.freetorun.ch
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Einige beeindruckende Personen finden in der Dokumentation ihren Platz und trotzdem hat wohl jeder so seine eigenen Favoriten.

Fred Lebow, beispielsweise, hat mich sehr fasziniert. Der rumänisch-amerikanische Marathonläufer verhalf dem New-York-City-Marathon von der lokalen Laufveranstaltung zu einem der bedeutendsten Marathons der Welt. Nachdem bei Lebow 1990 ein Gehirntumor diagnostiziert wurde, erfüllte er sich 1992 einen letzten grossen Traum. Gemeinsam mit der neunfachen Siegerin Grete Witz lief er seinen Marathon. Zwei Jahre später erlag Fred Lebow seiner Krebserkrankung.

Bildquelle: unbekannt
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Berührt hat mich auch der Einsatz des jungen Steve Prefontaine für die Olympischen Läufer. In den 70iger Jahren war es nicht möglich Profiläufer zu sein und gleichzeitig an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Zu Olympia wurden ausschliesslich Amateurläufer zugelassen. Diese trainierten zwar genau so hart wie die damaligen Profiläufer, erhielten jedoch kaum oder nur sehr wenig Gehalt um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Prefontaine aka Pre hat sich unermüdlich bis zu seinem Tod 1975 dafür eingesetzt, dass sich dies ändert. Mit Erfolg wie wir heute wissen! Natürlich wird nicht jeder Profiathlet reich, aber die Bedingungen haben sich sicher stark verbessert.

Bildquelle: www.freetorun.ch
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Als Schweizerin darf natürlich auch der innovative Walliser Noël Tamini in meiner Auflistung nicht fehlen. Er gründete Anfang der 70er Jahre die Running- Zeitschrift «Spiridon». Weltweit bewarb er unermüdlich, während 15 Jahren den Charme des Freien Laufens. Alle, besonders die Frauen, sollten das Recht haben, an sämtlichen Rennen teilzunehmen.

Bildquelle: www.freetorun.ch
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Als Frau war ich allerdings sehr beeindruckt von Kathrine Switzer und ihrer Rolle, in der Entwicklung des Frauenlaufsports. Es ist wohl dem unermüdlichen Einsatz und der Willensstärke dieser Frauen zu verdanken, dass wir Frauen heute zu angesehenen Persönlichkeiten im Laufsport werden können.

1967 nahm Katherine Switzer erstmals als K.V. Switzer am Boston-Marathon teil. Zu diesem Zeitpunkt waren Frauen in Wettkämpfen ausschliesslich bis zu einer Distanz von 800 Metern zugelassen. Damals ist niemandem aufgefallen oder in den Sinn gekommen, dass hinter den Initialen K.V. eine Frau stecken könnte. Erst während des Marathons ist Switzer aufgeflogen. Trotz widriger Umstände hat sich nicht davon abbringen lassen, den Marathon zu beenden und so bewiesen, dass auch Frauen durchaus in der Lage sind 42,1 Kilometer zu laufen, dabei gut auszusehen und Haus und Hof in Schuss zu halten oder einer geregelten Arbeit nach zugehen.

Bildquelle: www.freetorun.be
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FREE to Run bietet so viel mehr als nur spektakuläre Archivbilder von anno dazumal. Wusstet ihr beispielsweise, dass die Zweitplatzierte am ersten Olympischen Frauenmarathon eine Schweizerin war?  1984 torkelte Gabriela Andersen-Schiess mehr ins Ziel als dass sie lief. Aber sie hat durchgehalten und ist wenige Tage nach ihrem Zusammenbruch jenseits der Ziellinie schon wieder ins Lauftraining eingestiegen und hat somit eindeutig bewiesen, dass Frauen in der Lage sind, die Strapazen eines Marathons wegzustecken!

Ich kann den Film allen Laufbegeisterten wärmstens empfehlen. Pierre Morath hat hier fantastische Arbeit geleistet! FREE to RUN läuft ab heute offiziell in den Schweizer Kinos. Ich kann mir gut vorstellen, den Film ein zweites und drittes Mal zu sehen.

Hast du den Film gesehen? Wie ist deine Meinung dazu? Ich freue mich über viele Antworten!

Ana

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Auf www.waytoirongirl.ch findest du alles Wissenswerte zum Thema Triathlon - weil Triathlon mehr als nur (m)ein Hobby ist!

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