KALT ABER SCHÖN – DER HERBST UND WINTER

Da ist sie wieder, die kalte Jahreszeit. Dieses Jahr scheint mir der Sommer besonders kurz gewesen zu sein. Obwohl ich Herbst und Winter auch sehr gerne mag, war der Sommer zu schnell vorbei. Den Herbst möchte ich deshalb in all seinen Facetten geniessen. Ich liebe es, zu laufen, wenn sich die Blätter in den verschiedensten orange- und rot Tönen färben, wenn die Luft klar und rein ist und manchmal eine Stille im Wald einkehrt, wie sie im Sommer nicht zu hören ist. Läufe durch den Herbst nutze ich für die extra Portion Motivation ehe es in die Winterzeit geht. 

Natürlich, man könnte auch sagen, ach was, die Saison war schon anstrengend genug, die Couch ist für die nächsten Wochen und Monate genau der richtige Ort sich aufzuhalten. Und manchmal, ja manchmal mache ich das sogar! Ich fläze den ganzen Tag auf dem Sofa rum, lese ein Buch, sehe mir Blogs an und lasse es mir gut gehen. An solchen Tagen schleicht sich oft aber das kleine Schultermädchen an. Manchmal hat es sein Rad dabei, manchmal die Laufschuhe an. Das Schultermädchen tippt mich kurz an und beginnt ohne Punkt und Komma darüber zu reden, wie Krass es jetzt mit meiner körperlichen Fitness bergab geht und dass ich überhaupt der faulste Mensch auf Erden bin.  So und so, wenn ich mir jetzt noch ein Gummibärchen gönne, wäre es ganz vorbei. Ich kann das Getrippel der Laufschuhe quasi hören und spätestens dann gibt es kein Halten mehr.

Motiviert bis in die Haarspitzen, zumindest, wenn das Wetter stimmt, mache ich mich auf den Weg, den goldenen Herbst zu erkunden.

Motivation ist für mich im Herbst und Winter bei den Trainings besonders wichtig. Ich bin kein Mensch der gerne friert. Und schon gar nicht vor und nach dem Training. Ich hasse das Gefühl, wenn mir die Kälte in die Knochen steigt. Automatisch ziehe ich die Schultern hoch und verspanne mich, soweit es irgend möglich ist. Deshalb versuche ich die Wege bis zum Wald möglichst kurz zu halten. Ganz unökologisch gönne ich mir die Anreise zum Lieblingswald im Auto. Oder ich mache eine lange Einheit und laufe von zu hause aus. Motivation zum Sport brauche ich aber auch, wenn es im Büro mal wieder länger dauert und ich danach noch raus müsste. An manchen Tagen, besonders dann, wenn es schon dunkel ist, kostet es mich unendliche Überwindung. Dann denke ich an die warmen Sommertage und daran wie oft ich im Training geschwitzt habe, wie schwer mir manchmal das Atmen fiel, weil die Luft schwül und stickig war. Meistens reicht das aus, um mir den letzten Tritt zu geben, endlich los zu laufen.

Gute Gründe im Herbst und Winter in Sachen Training nicht locker zu lassen liefern mir die Ziele in der nächsten Saison. Ausserdem, naja, ich bin ein Mensch, der gerne isst. Ja, auch Süssigkeiten. ABER wie viele von uns, bin ich gar kein Fan von Winterspeck. Ich darf gar nicht daran denken, dass manche Kollegen stolz berichten, sie hätten 8 Kilo zugenommen während der Saisonpause. Da bricht bei mir der kalte Schweiss aus und ich höre mein Schultermädchen schon ganz kess fragen „Wie willst du die Pfunde jemals wieder los werden? Hättest du auf mich gehört, ich hab’s dir ja gleich gesagt!“.

Na jedenfalls ob mit oder ohne Schultermädchen, ich fürchte mich vor dem Winterspeck und höre deshalb gar nicht erst auf zu trainieren. Natürlich fahre ich das Pensum runter und die Einheiten sind nicht mehr so taff wie vor geplanten Wettkämpfen, aber heisst es nicht auch Triathleten werden im Winter gemacht?! Daran halte ich mich fest. Nach meiner Krankheit, der folgenden Operation und Behandlung vor zwei Jahren, habe ich nie mehr zu der Form zurück gefunden, die ich früher hatte. Daran, die Form zurück zu bekommen, arbeite ich und solange ich Fortschritte erkennen kann, weiss ich, dass es sich lohnt, dran zu bleiben, auch im Winter.

Die Macht der Gewohnheit siegt schliesslich über all zu langen Einheiten auf der kuscheligen Couch, eingehüllt in eine Decke, zwischen stützenden Kissen und wohlig umsorgt. Wenn, ich mich zu lange nicht bewege, bin ich schlecht gelaunt, unausgeglichen und sehr leicht reizbar. Mein Mann pflegt dann öfters mal zu sagen, dass es Zeit wird, dass ich mich in den Keller auf die Rolle oder aber am besten, nach draussen zu einem Lauf an der frischen Luft begebe. Was soll ich sagen, recht hat er. Danach geht es mir wieder blendend. Das Wissen, welche Glücksgefühle der Sport in mir hervorruft lassen mich manchmal sogar den Ärger in den überfüllten Hallenbädern vergessen. Ich tauche ein ins Wasser und um mich herum scheint die Zeit still zu stehen. Manche mögen es unerhört finden, wie ich mich im Wasser verhalte, aber inzwischen habe ich gelernt, mich nicht mehr ablenken zu lassen, wenn ich schwimme. Ich tauche ein und spule mein Programm ab, tauche auf, dusche, packe meine Sachen und verlasse die laute, nach Chlor stinkende Halle.  Meistens sogar ziemlich happy. Nur der Ärger mit dem Föhn müsste nicht sein. Die Mädels unter euch, die wie ich langes Haar haben, wissen wovon ich spreche. Es dauert ewig, sich die Haare trocken zu föhnen.

Spass haben sollte man ja grundsätzlich im Training. Im Herbst und Winter habe ich aber gerne ganz besonders viel Spass. Einerseits finde ich es motivierend, andererseits hilft es, wenn das Wetter mal nicht so prickelnd ist. Auf einem frisch verschneiten Flurweg ohne Fussspuren zu laufen macht mir richtig viel Spass. Da kann es ab und an vorkommen, dass ich so tue, als wäre ich ein Reh, das ganz elegant durch den Schnee trippelt oder ein Hase, der mit grossen Sprüngen das Weite sucht. Und zack habe ich so etwas wie ein Mini-Lauf-ABC gemacht. Spass haben im Training heisst für mich aber auch, Neues auszuprobieren, Dinge zu tun, die ich nur tun kann, wenn es Schnee hat oder Sportarten zu machen, die ich aus zeitlichen Gründen eher auf den Herbst und Winter verschiebe. Statt alleine im Kraftkeller zu schwitzen, möchte ich diesen Herbst und Winter vermehrt zum Bouldern. Wenn ich die Rolle nicht mehr sehen und hören kann, ist das Bike für mich eine echte Alternative. Fatbiken im Winter soll ja ganz besonders spassig und anstrengend sein. Wie gut, dass ich noch einen Gutschein habe um das auszuprobieren.

Den Viren davon laufen kann man wirklich. Früher war ich ein Schnupfenkind. Wirklich, ständig lief meine Nase, ich hatte Husten und war grundsätzlich im Herbst und Winter erkältet. Seit ich Ausdauersport mache, ist mein Immunsystem viel stärker geworden. Ich habe eine, maximal zwei richtig fette Erkältungen pro Jahr, die Grippe streckt mich eher selten nieder. Es lohnt sich also dran zu bleiben!

Wenn alle Stricke reissen, ja, auch diese Tage kenne ich im Herbst und Winter, dann belohne ich mich. Mit einem neuen Laufshirt, ein paar Radsocken, einem neuen Badeanzug, was gerade ansteht oder wovon ich denke, dass ich das jetzt dringend brauche. ABER gekauft wird nur ein Teil. Das witzige daran ist, dass es funktioniert. Wenn ich also mal so überhaupt keine Lust habe laufen zu gehen und ich gönne mir ein neues Laufshirt, dann muss ich quasi aus dem Laden sprinten, nach hause, mich umziehen und sofort mit dem neuen Shirt loslaufen. Für mich heisst das dann ZIEL ERREICHT.

Zum Glück kommen solche Tage nicht all zu oft vor!

Euch allen da draussen wünsche ich einen tollen, aktiven Herbst und Winter voller Spass, Motivation, Spannung, Entspannung und nicht zu letzt qualitativer Trainingszeit!

Hat dir der Beitrag gefallen? Ich freue mich, wenn du ihm dein LIKE gibst oder ihn sogar TEILST, so dass möglichst viele sportbegeisterte den Blogpost lesen und davon profitieren können.

 

Ana

About Ana

Auf www.waytoirongirl.ch findest du alles Wissenswerte zum Thema Triathlon - weil Triathlon mehr als nur (m)ein Hobby ist!

Kommentar verfassen