WIE DU LERNST DIR DEINE SPORTLICHEN ERFOLGE EINZUGESTEHEN

Gerade habe ich auf Paula’s Blog „Laufvernarrt“ ihren neuen Artikel zum Thema „Wie du mit weniger mehr erreichst“ gelesen. Es ist spannend wie sie über ihre Entwicklung vom „ALLES-ODER-NICHTS-TYP“ zum „80%-TYP“ wurde. Während des Lesens ist mir immer mehr aufgefallen, dass auch ich ein ähnlicher Typ bin wie Paula.

Dinge, von denen ich nicht zum Vornherein weiss, dass ich sie schaffe, gehe ich, oftmals gar nicht erst an. Leider! Damit verbaue ich mir öfter als mir lieb ist, einmalige Chancen meine Neugierde zu stillen oder andere Wege kennen zu lernen & mich auszutoben.

Leistungen anerkennen und sich selbst zugestehen

Gleichzeitig hat sich während der Lektüre ein Gedanke in mein Gehirn geschlichen, der mich nun nicht mehr los lässt. Für mich hat das Ganze „ALLES oder NICHTS“ auch damit zu tun, sich selbst und seine Leistungen anzuerkennen. Wie oft ertappe ich mich dabei, meine Leistungen im Training oder im Wettkampf zu minimieren? Oft!

Ganz besonders dann, wenn Freunde oder Bekannte mich auf mein Hobby oder meine geplanten Wettkämpfe ansprechen. Meistens füge ich den Satz „aber ich bin auf der Rangliste höchstens im Mittelfeld zu finden“ oder „ich bin überhaupt nicht schnell“ zu meinen Ausführungen über den aktuellen Stand der Dinge hinzu.

Je länger ich mir über dieses Thema Gedanken mache, desto mehr Leute fallen mir ein, die diese Komplimentsgeschichte gleich oder ähnlich handhaben wie ich. Die eigene Leistung immer schön untergraben und unter den Tisch kehren. Aber warum sind wir so?

Keine falsche Bescheidenheit

Eigentlich sind ernst gemeinte Komplimente doch etwas Schönes! Sie tun gut und geben unserem Selbstwertgefühl einen Kick. Viel zu oft reagieren wir aber abwehrend oder unsicher, wissen nicht so recht wohin mit dem positiven Lob und können damit nicht  umgehen.

10 Tipps für einen gesunden Umgang mit Komplimenten:

#1 Mach dir bewusst, dass du Eigenschaften an dir hast, die lobenswert sind

Tust du dich schwer damit, musst du vielleicht an deiner Einstellung zu dir selbst arbeiten (Ich muss das im übrigen auch 😉 ). Es reicht schon, wenn du dir morgens im Spiegel zulächelst und dir einen freundlichen, aufstellenden Satz mit auf den Weg gibst.

#2 Komplimente werden in der Regel freiwillig gemacht

Dein Vis-à-Vis wollte dir mit einer kurzen Anerkennung eine Freude machen.  Freu dich über den imaginären Blumenstrauss und nimm die positiven Gedanken daraus auf um sie schlussendlich in neue sportliche Energie zu wandeln.

#3 Wer ein Kompliment macht, erwartet nicht automatisch ein Gegenkompliment

Ein Kompliment kann schnell zu Verlegenheit führen. Es ist nicht notwendig unmittelbar nachdem man ein Kompliment erhalten hat, ein Gegenkompliment zu machen. Ein einfaches „Danke, das freut mich“ oder „Vielen Dank für den Aufsteller“ genügen vollkommen.

#4 Wer jemandem ein Kompliment macht, möchte auch Freude bereiten

Schon aus reiner Höflichkeit sollte man ein Kompliment annehmen und es nicht mit Floskeln abtun oder gar ablehnen. Geniesse diese seelische Streicheleinheit. Nur weil jemand anderes etwas an dir toll findet, bist du nicht gleich überheblich oder arrogant.

#5 Ein Kompliment ist in erster Linie ein Kompliment

Dieses als solches zu akzeptieren, zeigt deinem Gegenüber, dass du ihm, seinem Wissen und seiner Erfahrung vertraust. Ein Kompliment kann auch eine ein Zeichen von Wertschätzung sein. Es sind keine weiteren Erwartungen oder zusätzlichen Bitten daran geknüpft.

#6 Übertreibung kann verwirren

Natürlich gibt es Leute die in ihrer Euphorie ganz überschwängliche Komplimente machen. Das kann, wenn man sich selbst nicht ganz gleich sieht wie andere zu Verwirrung führen. Aber es kann sich auch positiv auswirken indem man sich klarmacht, dass die Person einen vielleicht als so tollen „Hecht“ sieht. Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass wir oftmals eine ganz andere Wahrnehmung von unseren Mitmenschen haben, als dieses es von sich selbst haben.

#7 Lerne deinen eigenen Wert kennen

Wir selbst müssen überzeugt sein, von unseren positiven Eigenschaften. Ohne diese Überzeugung sind wir nur schwer in der Lage Komplimente anzunehmen. Ich finde, wer von 0 auf 100 mit Sport verdient, dadurch etwas für seine Gesundheit tut und sich auch optisch verändert hat, darf ruhig stolz sein auf seine Leistungen! Finde dich selbst also sportlich, muskulös, fit, was auch immer und erinnere dich daran, dass auch andere Menschen diese Stärke in und an dir sehen.

#8 Verfeinere deine eigene Wahrnehmung

In Anderen sehen wir meistens das, was wir auch an uns mögen oder ablehnen. Im Fachjargon heisst dieses Phänomen „Projektion“.  Ein Jammerlappen kann beispielsweise ein durchaus schneller Läufer sein. Egal ob du ein Kompliment erhältst oder eines machst, arbeite stets an deiner eigenen Wahrnehmung.

#9 Es muss nicht jedes Kompliment bedingungslos angenommen werden

Du selbst entscheidest, ob du ein Kompliment annehmen oder abwehren möchtest. Es kann ja schliesslich vorkommen, dass du zwar mit dem Inhalt des Lobes aber nicht mit dessen „Verpackung“ einverstanden bist. Wenn du unsicher bist, wie und ob du ein Kompliment annehmen sollst, sie das Gesagte als Türöffner für ein neues Gesprächsthema.

Bsp: Das sind ja tolle Tights! Du könntest hier ein einfaches Danke anführen und danach Ich hab die Trainingshose bei XY gekauft. Die haben ein tolles Sortiment im Laden.

#10 Ehrliche von übertriebenen Komplimenten unterscheiden

Auch die Dosis eines Lobs ist von Bedeutung. Kommt ein Kompliment zu überschwänglich rüber, vermuten wir dahinter eher eine Unwahrheit oder regieren mit Skepsis. Es kann schnell passieren, dass wir das Kompliment als übertrieben oder gar falsch einstufen. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, den Gesprächspartner zu konfrontieren und nachzufragen ob das Kompliment wirklich so gemeint war.

Bsp: Dein Kompliment überrascht mich, hast du das wirklich so gemeint?

Wie stehst du zum Thema Lob und Komplimente?

Ich persönlich versuche immer wieder Komplimente anzunehmen ohne mich danach kleiner zu machen als ich bin. Teilweise gelingt es mir, teilweise weniger. Es kommt nebst allen anderen Faktoren auch immer darauf an, wer welches Kompliment macht.

Komplimente von meinem Mann nehme ich mit Freuden an. Ich fühle mich bei ihm sicher, vertraue ihm und die Geborgenheit unserer Beziehung macht es mir leichter, Lob anzunehmen.

Anerkennung von Sportkolleginnen oder Damen die ich als Konkurrenz empfinde kann ich nur schwer annehmen. Insgeheim freue ich mich aber trotzdem immer ein wenig über das gesagte oder ziehe wenigstens so viel Positives aus dem Kompliment, dass ich es in weniger motivierenden Momenten als Motivation benutzen kann.

Die drei Komplimente können ausgedruckt, aufgehängt oder verschenkt werden.

Happy(4) Copy of Happy Happy

 

Ana

About Ana

Auf www.waytoirongirl.ch findest du alles Wissenswerte zum Thema Triathlon - weil Triathlon mehr als nur (m)ein Hobby ist!

4 thoughts on “WIE DU LERNST DIR DEINE SPORTLICHEN ERFOLGE EINZUGESTEHEN

Kommentar verfassen