SELBST IST DIE FRAU – REPAIR YOUR BIKE

Kennst du das blöde Gefühl mit einem platten Radreifen am Strassenrand zu stehen und erst mal nicht genau zu wissen was zu tun ist? Das ist mir einmal passiert und danach nie wieder! Die ganze Geschichte zu meiner Odyssee findest du übrigens hier.  Um für alle Fälle und Unfälle gewappnet zu sein, habe ich letzten Sonntag die selbst beigebrachten  Kenntnisse vertieft und am Ladies Bike-Testweekend von BigFriends in Thun einen Velomechkurs besucht. 

VELOMECHKURS

Sieben gespannte Gesichter haben am letzten Sonntag den Begrüssungsworten von Betty, aka Bettina Sahm, Head of WOMEN ONLY by BigFriends und Schüpbi, aka Patrick Schüpbach, Shopleiter BigFriends AG in Thun gelauscht. Schüpbi, ganz Hahn im Korb, hat sich während dem Mechkurs tapfer geschlagen und jede Frage geduldig beantwortet.

Wir Mädels haben ja bekanntlich ein etwas anderes technisches Verständnis als Männer. Das fängt schon dabei an, dass wir oft nicht wissen, dass das Rad nicht auf der Seite des Wechslers abgelegt wird, da dieser sonst verschmutzen und gar kaputt gehen könnte. Oder, dass wir uns keine Gedanken darüber machen, wie wir ein Rad sauber ein- oder ausspannen können. Besonders, wenn es um das Hinterrad geht. Rausnehmen geht ja noch, aber das reinfriemeln, vorbei am Wechsler und dann auch noch die Kette. Unser Profi liess sich davon aber nicht beirren. Dank Schübpi kenne ich nun ein, zwei einfache Kniffe und im Nu sitzt das Rad wieder an Ort und Stelle.

Grundausstattung

Natürlich kann man für jedes kleine Ding zum Mechaniker seines Vertrauens rennen. Aber das kostet meist Zeit und Geld. Kleine Reperaturen kann man sehr gut selbst erledigen. Die nötige Grundausrüstung dazu muss nicht all zu gross sein. Bei mir zu hause  stehen folgende Dinge im Radkeller griffbereit:

  • Reifenheber
  • Werkzeugkoffer mit der Grundausrüstung
  • Ersatzschläuche & Schlauchflicken
  • kleine und grosse Fahrradpumpe sowie Patronen
  • Montageständer um die Arbeit zu erleichtern
  • Putz- und Pflegemittel

Auf einer Ausfahrt habe ich dann meist das Nötigste in der Satteltasche. Dazu gehören für mich vor allem folgende Dinge:

  • Reifenheber
  • Minitool
  • Ersatzschläuche (2-3 je nach länge der Tour)
  • eine kleine Fahrradpumpe

Alles in allem ist es nicht viel – kann einem aber je nach dem ganz gut aus der Patsche helfen!

Unterwegs einen Plattfuss eingefahren – was nun?

Den Plattfuss kennen wir bestimmt alle. Plötzlich stellt man fest, dass das Rad nicht mehr rund rollt, rumeiert oder wir viel mehr Kraft aufwenden müssen um von Ort und Stelle zu kommen. Meist liegt dann ein Plattfuss vor.

Es bleibt nichts anderes übrig, als mit dem Rad am Strassen- oder Wegesrand zu halten und die nötige Reparatur vorzunehmen. Dabei verzichte ich drauf das Rad auf Lenker und Sattel zu stellen. Der Lenker erhält vom Asphalt oder von losen Steinchen schnell Kratzer und das Sattelleder leidet ebenfalls. Eine einfache Möglichkeit ist, das Rad zur Seite zu legen, den Schnellspanner zu öffnen oder wo nötig, das entsprechende Werkzeug zur Hand zu nehmen und das Rad entsprechend ausbauen.

Ehe wir den Reifen von der Felge nehmen prüfe ich vorsichtig wie der Reifen von Aussen aussieht. Möglicherweise hat sich ein Nagel oder eine Scherbe eingefahren. Ist das nicht der Fall kommen die Reifenheber zum Zug.

Mit diesen ist der Reifen im Nu einseitig von der Felge gelöst und der Schlauch kann ganz einfach entfernt werden.

Wer sich Arbeit ersparen möchte, achtet bereits hier darauf, dass der Reifen nur einseitig von der Felge rutscht.

Sobald der Reifen einseitig von der Felge gezogen ist, lässt die Spannung im Gummi nach und der kaputte Schlauch kann einfach entfernt werden. Auch hier prüfe ich nochmals vorsichtig mit den Fingern ob sich etwas im Reifen befindet. Danach wickle ich behutsam  den neuen Schlauch aus, und schiebt ihn in den Reifenmantel. Den Anfang mache ich beim Ventil. Hier hilft unter Umständen eine von aussen aufgeschraubte Halterung die das Ventil an Ort und Stelle hält, es geht aber auch ohne.

Bei der Montage des neuen Schlauchs ist es wichtig ohne Druck oder Zug durch die Fingernägel zu arbeiten. Wie es am Einfachsten klappt, zeigt Schüpbi im Video.

Mir hat dem Namen nach besonders der Snakebite gefallen. Ein Defekt des Schlauchs, der sich durch zwei auf einer Höhe liegende Löcher kennzeichnet. Hervorgerufen wird dieser einem Schlangenbiß ähnelnde Defekt durch die beiden Felgenhörner, die sich vor allem bei zu niedrigem Luftdruck des Reifens durch den Schlauch drücken und diesen beschädigen können. Dies kann zum Beipiel beim Überfahren von größeren Fahrwegunebenheiten wie Schlaglöchern passieren. Der Vorgang wird auch als „Durchschlagen“ (des Reifens) bezeichnet.

Gegen einen Snakebite hilft eigentlich nur das Auswechseln des Schlauchs.

Wer sich gegen alle Wiedrigkeiten was kaputte Schläuche angeht schützen möchte, fährt Bikes mit tubelessbereifung. Dazu aber mehr in einem anderen Beitrag.

Ana

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