TRAILPORN AT ITS BEST

Ein Halleluja auf die Schweizer Bergwelt. Ich staune jedes Mal wieder, wenn ich meine Läuferbeine in unsere friedliche und saubere Natur setzte und den Bergen entgegen laufe. Viel zu selten sind meine Besuche in den Alpen, ein Zustand der sich definitiv ändern wird. Ich bin und bleibe einfach ein Kind der Berge, der Abenteuer und des Unverhofften.

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Zusammen mit meinem Vater und seit letztem Jahr auch mit meiner Tochter das Risihorn, den Hausberg unseres Heimatdorfs, zu besteigen, nur um danach weiter zu ziehen und auch das Däschenhorn zu erklimmen, ist einfach nur befreiend und wunderbar. Ich liebe die Berge, fühle mich dort zu hause und geerdet. Wie viel Spass es macht, die Schweizer Berge rennend und mit leichtem Gepäck zu erkunden, habe ich diesen Sommer erst erfahren und ich versichere euch, dieser Trailausflug war nicht mein letzter.

Chickentrail vs. Trailporn

War ich bisher auf Trails unterwegs, dann waren das vornehmlich Chickentrails. Süsse kleine Wege, meist nicht all zu steil, gelegentlich musste ich mal über ein Bächlein hüpfen aber wirklich anspruchsvoll waren die Routen nicht. Neulich kam ich schon nach 100 Metern ins Schwitzen. Das Brienzer Rothorn hat es in sich! Ab der Planalp ging es aufwärts. Könnte man steil deklinieren, am Steilsten wäre mit Sicherheit nicht die letzte Steigerung. Meine Beine, insbesondere die Rückseite, hatten von Anfang an schwer zu kämpfen. Die Halbdistanz von Rapperswil liess grüssen. Ich hätte nie gedacht, dass ich „so lange“ mit den Nachwehen dieses Wettkampfs zu tun hätte. Ganz nach der Manier #Mimimi ist nicht, bin ich gelaufen wo ich konnte und den Rest der Aufwärtsstrecke zügig marschiert.

Ehrlich gesagt, weiss ich auch nicht so genau, wie sich ein richtiger Trailläufer verhält. Wird alles gerannt, wird marschiert? Ihr seht, eine Triathletin auf Abwegen. Total planlos und keine Ahnung von gar nichts.

Aber, es hat Spass gemacht und das zählt doppelt

Für mich war heute wichtig, Spass zu haben und mit tollen Menschen ein geniales Erlebnis zu teilen. Der Trailrun stand überhaupt nicht in meinem Trainingsplan und war absolut spontan. Manchmal sind es aber gerade diese Dinge im Leben, die einem die grösste Freude bereiten. Danke Corry und Mike von on-the-way.ch für die Einladung zum Trailen.

Nur so ganz nebenbei, die beiden sind Menschen nach meinem Geschmack. Wir teilen die gleichen Leidenschaften, schwimmen, radfahren und laufen, aber auch die Sehnsucht nach der grossen weiten Welt. Einen kleinen Unterschied haben sie mir voraus. Sie sind vogelfrei und nur für sich selbst verantwortlich, deshalb packen sie regelmässig ihre sieben Sachen und reisen für drei Monate, wie es ihnen gefällt. Bald geht es wieder los – ich werde euch vermissen und freue ich, auf den Tag an dem ihr wieder zurück seit!

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Brienzer Rothorn ein echtes Trailadventure

Obwohl es nur 56 Autominuten von mir zu Hause bis zu diesem zauberhaften Berg sind, war ich erst ein Mal auf dem Brienzer Rothorn und das ist Jahre her. Mit der nostalgischen,  aber extrem überteuerten Dampfbahn sind wir von Brienz auf die Planalp gefahren. Viel Spektakuläres gab es für diese 37 Franken nicht und sitzen bleiben musste  man während der Bahnfahrt auch noch. Ich war trotzdem froh, konnte ich mir so ein paar Laufkilometer erkaufen und der Hitze des Tals für eine kurze Zeit entgehen.

Ab der Planalp ging es zu Fuss weiter Richtung Horn. Ein Monsteraufstieg und das permanent in der prallen Sonne. Die kühle Luft von der Zugfahrt war längst vergessen und ich habe mir  nichts sehnlicher gewünscht als eine Aid Station mit nassen und kalten Schwämmen. Unsere Fotostopps kamen mir jeweils sehr recht. So konnte ich kurz verschnaufen und mir den Schweiss, der in Strömen an mir herunter floss etwas abstreifen.

Was war ich froh, als wir in der letzten Biegung endlich auch erkennen konnten, dass wir es gleicht geschafft haben. Die kalte Coke im Bergrestaurant war ein Segen und wohl verdient. Ich hatte echt Zuckerdurst. Essenstechnisch liess das Bergrestaurant aus meiner Sicht dann doch einiges zu wünschen übrig. Ein Fitnessteller mit Salat und Fleisch findet man auf der Karte nicht. Dafür massig Pommes Frites, Burger und Würste zu Preisen, dass ich aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Aber irgendwie muss die Ware ja auch auf den Berg, also kann ich den Preis dann doch nachvollziehen. Gegessen habe ich trotzdem nur einen grossen gemischten Salat.

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Wer den Aufstieg nicht ehrt ist den Abstieg nicht wert oder so

Der Abstieg ist giftig. Bis zur Planalp sind wir aus zeitlichen Gründen die Aufstiegsroute auch im Abstieg gelaufen. Auf der Planalp angekommen, war bereits ein leichtes Ziehen im Quadrizeps spürbar und ich wusste, das nächste flache Stück würde die Hölle werden. Quasi so, wie in Rapperswil beim Wechsel vom Rad auf die Laufstrecke. Die ersten Laufmeter nach 90 Kilometern Radfahren sind für mich die Hölle. Aber wie gesagt, #Mimimi hatte heute mal frei und ich bin tapfer weitergelaufen. Beruhigenderweise war ich auch nicht alleine mit meinen Bresten. Corry und Mike ging es nicht viel besser, auch sie klagten über Schmerzen in den Oberschenkeln. Locker laufend oder zügig marschierend sind wir im Tal angekommen und waren mächtig erstaunt, dass die gesamte Strecke doch über 20 Kilometer lang war.

Wunderbare Abenteuer behält man gerne im Gedächtnis

Zu gerne wäre ich noch mit Corry und Mike für eine kurze Abkühlung in den Brienzer See gesprungen, da ich aber so oder so mal wieder viel zu spät dran war, musste ich den Heimweg antreten. Nach solchen Kurztrips fällt es mir manchmal richtig schwer zurück in die „Realität“ zu finden. Natürlich, ich liebe mein Leben, meine Familie, meinen Job und all das, aber ich bin auch gerne unterwegs, entdecke neues und unbekanntes. Im Herzen bin ich ein Nomade – ich liebe Abenteuer, die Ferne, das Unbekannte. Es gibt Tage, an denen ist mein Fernweh so gross, das ich die #VanLife #travelling #surfen, etc. auf Instagram und Pinterest gar nicht erst eingeben darf.

Irgendwann haben wir unseren eigenen Van, ausgebaut nach unseren Vorstellungen und leben unseren Traum. Das Schöne daran ist, dass mein Mann meinen Wunsch zu reisen teilt und so verliebt wie wir in unsere Tochter sind, es ist gut, dass wir früh Eltern geworden sind, so bleibt uns, wenn sie flügge geworden ist, genug Zeit die Welt zu erkunden. Wir sind dann nicht „alt“, sondern knackige 40 – das beste Alter für einen Ausstieg auf Zeit, was meint ihr?  Und, wenn wir ganz grosses Glück haben, reist unsere Tochter für eine Zeit mit uns – für mich wäre das die Erfüllung eines Lebenstraums.

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Ana

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Auf www.waytoirongirl.ch findest du alles Wissenswerte zum Thema Triathlon - weil Triathlon mehr als nur (m)ein Hobby ist!

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