TRAINING – ARBEIT – FAMILIE – WENN DIE ZEIT DAVON LÄUFT

Genau so und nicht anders ist es im Moment. Meine Tage sollten nach Möglichkeit mehr als 72 Stunden haben und meine Wochen nicht enden. Ich habe seit Mitte Januar absolute Prioritäten gesetzt auch, wenn es mir nicht gefallen hat, dass mein Blog nicht dazu gehört hat. Jetzt sehe ich Licht am Ende des Tunnels und will sehen, ob ihr noch da seid und ob ich das Schreiben noch nicht verlernt habe.

Ich möchte heute ein wenig über das Thema Work-Life-Balance, gerade bei Sportlern plaudern. Für mich ist es extrem wichtig, dass ich nebst meiner Familie und meinem Job, den ich leidenschaftlich gerne mache, immer auch die Zeit für meine Trainings finde.

Der Zug im Leistungssport Fuss zu fassen ist für mich vor Jahren abgefahren. Trotzdem habe ich den Anspruch, im Rahmen meiner Möglichkeiten, das für mich bestmögliche Resultat im Training und Wettkampf zu erreichen. Ich finde es wichtig, dass gerade Breitensportler strukturiert trainieren können, sich Nischen schaffen, in denen nur eines gilt – das Training.

Gut geplant ist halb trainiert

Gerade der Triathlon ist, mit seinen drei Sportarten ein trainingsintensives Hobby. Ein gut organisierter Tag ist das A und O. Um es mir persönlich etwas leichter zu machen, habe ich mich gegen eine Mitgliedschaft in einem Triathlonverein entschieden und dafür aber einen Coach der mir jede Woche freihaus einen, auf mich und mein Leistungsniveau abgestimmten Trainingsplan liefert. –> Mehr Infos dazu gibt es hier.

Aber selbst wer keinen Coach hat, der einem die Pläne schreibt, lässt sich, durch gute Organisation viel erreichen. Und, es ist ja nicht so, dass ich nicht ab und an auch mal jonglieren müsste, was meine Trainingszeiten angeht. Der Vorteil eines Plans ist, dass ich mir nebst der ganzen Organisation keine Gedanken mehr machen muss, welche Sportart in welcher Intensität ich heute trainieren sollte.

Meine 6 Tipps zur Trainingsorganisation

#1 PRIORITÄTEN SETZEN

Wenn wir uns mal in Ruhe hinsetzen und überlegen was wir den ganzen Tag so machen, stellen wir schnell fest, dass einiges unnötig oder speditiver erledigt werden könnte. Zumindest geht es mir manchmal so, wenn ich mich abends mal wieder frage, wo ist denn wohl die Zeit geblieben.

–> Halte während einer Woche fest, was du täglich machst – Arbeit, Familie -Sport – Freunde treffen – Nonsens –  etc. Es hilft, wenn du die entsprechende Zeitdauer mit erfasst. Streiche was du für unnötig hältst oder entbehren kannst. Möglicherweise findest du sogar freie Zeitfenster ohne auf etwas verzichten zu müssen.

#2 ZIELE REALISTISCH DEFINIEREN

Bestimme dein Saisonziel! Zu Beginn deiner Triathlonkarriere reicht es vielleicht schon eine Sprintdistanz gegen Ende des Sommers zu absolvieren. Die kurze Distanz eignet sich hervorragend um einmal Triathlonluft zu schnuppern. Wer heute noch wenig oder untrainiert durchs Leben geht aber gerne einen Triathlon in Angriff nehmen würde, schafft es bestimmt mit relativ wenig Trainingsaufwand gegen Ende des Sommers an einer Sprintdistanz teilzunehmen.

Strebst du, wie ich im Moment eine Triathlon-Halbdistanz oder gar einen IRONMAN an, ist das Training sehr viel umfangreicher und nimmt auch mehr Zeit in Anspruch. Je bewusster du dir bist, dass du mehr Zeit investieren muss, desto eher weisst du, ob die Teilnahme über eine längere Triathlondistanz im Moment realisierbar ist.

–> Grundsätzlich gilt, sich Ziele zu suchen die realistisch und vor allem körperlich und zeitlich machbar sind. Es wäre schade, wenn du dich ins aus trainierst, nur weil du auf Grund von Zeitmangel zu viel in zu kurzer Zeit schaffen musst.

#3 UNTERSTÜTZUNG SUCHEN

Eltern beispielsweise ist es oft nicht möglich einfach mal so für 3-4 Stunden zu verschwinden. Sie sind darauf angewiesen, dass sich der Partner oder andere Freiwillige während der Trainingszeit um die lieben Kleinen kümmern. Das Umfeld spielt in diesem Fall eine grosse Rolle. Suche dir Verbündete, die dir Rückendeckung geben, wenn du mehr Trainingszeit brauchst.

–> Kleinere Kinder können ja, wenn wirklich mal Not am Mann ist als „Trainingspartner“ mitgenommen werden. Gute Radanhänger, die sogar zu Kinderwagen umfunktioniert werden können, gibt es heute zur Genüge. Grösser Kinder zeigen vielleicht selbst Interesse am Sport und können bei einem langen Lauf als Radbegleiter mitfahren.

#4 SINNVOLLE TRAININGSPLANUNG

Eine sinnvolle Trainingsplanung ist die halbe Miete. Es kann sich durchaus lohnen einen professionellen Trainingsplan erstellen zu lassen. Natürlich ist der nicht kostenlos. Dafür aber garantiert massgeschneidert und mit dem eigenen Leben absolut kompatibel.

–> Ich versuche meiner Familie gegenüber immer mitzuteilen, wann ich was trainiere und wie lange ich gedenke unterwegs zu sein. Grundsätzlich funktioniert das sehr gut.

#5 ARBEITSWEGE FÜRS TRAINING NUTZEN

Wer einen etwas längeren Arbeitsweg vor sich hat, kann diesen beispielsweise direkt mit dem Rad oder laufend bewältigen. Je nach dem ist damit bereits eine Trainingseinheit gesichert. Wer das jeden Tag macht, braucht möglicherweise gar keine oder nur noch eine lange Rad- / Laufeinheit am Wochenende.

–> Auch die Mittagspause kann als Trainingszeit herhalten. Statt stundenlang in der muffigen Kantine zu sitzen, können beispielsweise ein kurzer LunchRun, Krafteinheiten oder eine Schwimmeinheit absolviert werden.

#6 QUALITÄT STATT QUANTITÄT

Viele von uns, mich eingeschlossen, trainieren in, für Breitensportler, grossen Umfängen. 8 bis 15 Stunden Training pro Woche sind keine Seltenheit. Wer aber viel arbeitet, durch Familie und Haushalt doppelt belastet ist, kann sich selber lieb sein und qualitativ statt quantitativ trainieren. Zumindest was das Training während den Wochentagen angeht.

–> Triathleten mit kleinem Zeitbudget sollten statt langer Grundlageneinheiten lieber auf qualitativ gute Einheiten mit höheren Intensitäten setzten.

Es gibt bestimmt noch viele weitere Gründe warum sich ein gutes Zeitmanagement für arbeitende Triathleten lohnt.

Schreibt mir doch, wie ihr eure Trainings plant und um eure Familien und Jobs herum jongliert.

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Ana

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Auf www.waytoirongirl.ch findest du alles Wissenswerte zum Thema Triathlon - weil Triathlon mehr als nur (m)ein Hobby ist!

5 thoughts on “TRAINING – ARBEIT – FAMILIE – WENN DIE ZEIT DAVON LÄUFT

  1. Manchmal ist es wirklich nicht einfach. Ich bin dieses Frühjahr extrem viel unterwegs, auch oft mit Zeitumstellungen verbunden, was das Training nicht einfacher macht. Aber ich habe auch einen guten und anpassbaren Plan, den ich versuche so gut es geht abzuarbeiten.

    1. Ohhh liebe Din, zusätzlich zu dem ganzen Stress noch Zeitumstellungen stelle ich mir extrem schwierig vor. Wie machst du das? Ich würde total durcheinander geraten.

  2. Super Artikel! Ich persönlich betreue die Entscheidung nicht, dass ich mir einen Coach leiste, somit muss ich mir schon keine Gedanken um die Trainingszusammenstellung machen. Meine Trainings trage ich allesamt in einen Kalender ein, um gut strukturiert zu sein.Am Sonntag schaue ich mir jeweils die Wochenplanung an: ab und zu gibt es ein Training am morgen früh vor der Arbeit oder ich nutze die Mittagspause. Zum Sonntagsbrunch wird auch mal gejoggt oder man nimmt das Rad und fährt noch ein kleiner Umweg. Die ersten Trainingswochen waren ein Challenge, mittlerweile gehört es einfach zum Tagesablauf und funktioniert bestens!

  3. Ich denke, als Triathlet*in kommt der Mensch nicht um ein gewisses Maß an Planung herum. Einfach weil wir schon drei Sportarten parallel trainieren müssen. Allerdings passiert es mir auch hin und wieder, dass mich der Plan mehr belastet, als er mir nützt. Dann möchte ich einfach mal eine Woche nur Laufen, oder jeden Tag auf dem Rad sitzen. Meist folge ich dann meiner Lust, da ich mit meinem Sport ja kein Geld verdienen muss, sondern vor allem Spass haben möchte.

    1. Ich finde es toll, wie du das handhabst. Ganz richtig, es ist unser Hobby und wir verdienen damit kein Geld. Trotz aller Ambitionen muss man auch mal Fünfe gerade sein lassen und einfach geniessen :-). Ich wünsche dir viel Spass dabei!!

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