ZEITMANAGEMENT IM TRIATHLON

Triathlon ist ein zeitaufwändiges aber durchaus realisierbares Hobby. Nicht Wenige unter uns, haben nebst dem geliebten Sport einen Teil- oder Vollzeitberuf, Familie, Haushalt und anderweitige Verpflichtungen. Trotzdem geht es immer irgendwie. Oft werde ich gefragt, wie ich es schaffe Familie, Arbeit, Training, Wettkämpfe und Zeit für Freunde und Bekannte auf zu bringen. Es ist eigentlich ganz einfach. Ich bin, wie bestimmt viele von euch auch, relativ gut durch organisiert. 

Auch als ambitionierte Breitensportlerin für die Triathlon ein Hobby ist, möchte ich mich möglichst in jeder der drei Disziplinen verbessern. Schneller und stärker werden, die Wettkampfdistanzen verlängern und ausloten, wie weit mein Körper bereit ist zu gehen. Das alles kann ich aber nur, dank guter Organisation. Nebst der Familie, die den grössten Stellenwert in meinem Leben einnimmt, arbeite ich zu 70%. Der Blog beansprucht auch einiges an Zeit und weitere Projekte folgen.

Viele von euch sind in der gleichen oder einer ähnlichen Situation wie ich. Job/Familie und Sport immer unter einen Hut zu bringen, kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Teilweise ist wirklich Organisationstalent gefragt.

Darum heute für euch, meine 6 Tipps, die euch hoffentlich den Spagat zwischen Sport und Familie/Job erleichtern.

#1 Prioritäten setzen

Wenn wir uns mal in Ruhe hinsetzen und überlegen was wir den ganzen Tag so machen, stellen wir schnell fest, dass einiges unnötig oder speditiver erledigt werden könnte. Zumindest geht es mir manchmal so, wenn ich mich abends mal wieder frage, wo ist denn wohl die Zeit geblieben.

–> Halte während einer Woche fest, was du täglich machst – Arbeit, Familie -Sport – Freunde treffen – Nonsens –  etc. Es hilft, wenn du die entsprechende Zeitdauer mit erfasst. Streiche was du für unnötig hältst oder entbehren kannst. Möglicherweise findest du sogar freie Zeitfenster ohne auf etwas verzichten zu müssen.

#2 Ziele realistisch definieren

Frage dich nach deinem Saisonziel! Zu Beginn deiner Triathlonkarriere reicht es vielleicht schon eine Sprintdistanz gegen Ende des Sommers zu absolvieren. Die kurze Distanz eignet sich hervorragend um einmal Triathlonluft zu schnuppern. Wer heute noch wenig oder untrainiert durchs Leben geht aber gerne einen Triathlon in Angriff nehmen würde, schafft es bestimmt mit relativ wenig Trainingsaufwand gegen Ende des Sommers an einer Sprintdistanz teilzunehmen.

–> Grundsätzlich gilt sich Ziele zu suchen die realistisch und vor allem körperlich und zeitlich machbar sind.

#3 Unterstützung suchen

Eltern beispielsweise ist es oft nicht möglich einfach mal so für 3-4 Stunden zu verschwinden. Sie sind darauf angewiesen, dass sich der Partner oder andere Freiwillige während der Trainingszeit um die lieben Kleinen kümmern. Das Umfeld spielt in diesem Fall eine grosse Rolle. Suche dir Verbündete, die dir Rückendeckung geben wenn du mehr Trainingszeit brauchst.

–> Kleinere Kinder können ja, wenn wirklich mal Not am Mann ist als „Trainingspartner“ mitgenommen werden. Gute Radanhänger, die sogar zu Kinderwagen umfunktioniert werden können, gibt es heute zur Genüge.

#4 Sinnvolle Trainingsplanung

Eine sinnvolle Trainingsplanung ist die halbe Miete. Es kann sich durchaus lohnen einen professionellen Trainingsplan erstellen zu lassen. Natürlich ist der nicht kostenlos. Dafür aber garantiert massgeschneidert und mit dem eigenen Leben absolut kompatibel.

–> Ich versuche meiner Familie gegenüber immer mitzuteilen, wann ich was trainiere und wie lange ich gedenke unterwegs zu sein. Grundsätzlich funktioniert das sehr gut. Es gibt einfach Tageszeiten, die gehören nur meiner Familie und mir. Gemeinsames Abendessen zum Beispiel ist mir sehr wichtig! Da kann kommen wer oder was will, diesen Termin lasse ich in der Regel nicht aus.

#5 Arbeitswege fürs Training nutzen

Wer einen etwas längeren Arbeitsweg vor sich hat, kann diesen beispielsweise direkt mit dem Rad oder laufend bewältigen. Je nach dem ist damit bereits eine Trainingseinheit gesichert. Wer das jeden Tag macht, braucht möglicherweise gar keine oder nur noch eine lange Rad- / Laufeinheit am Wochenende.

–> Auch die Mittagspause kann als Trainingszeit herhalten. Statt stundenlang in der muffigen Kantine zu sitzen, können beispielsweise ein kurzer Mittagslauf, Krafteinheiten oder eine Schwimmeinheit absolviert werden.

#6 Qualität statt Quantität

Viele von uns, mich eingeschlossen, trainieren in grossen Umfängen. 8 bis 15 Stunden Training pro Woche sind keine Seltenheit. Wer aber viel arbeitet, durch Familie und Haushalt doppelt belastet ist, kann sich selber lieb sein und qualitativ statt quantitative trainieren. Zumindest was das Training während den Wochentagen angeht.

–> Triathleten mit kleinem Zeitbudget sollten statt langer Grundlageneinheiten lieber auf qualitative gute Einheiten mit höheren Intensitäten setzten.

Es gibt bestimmt noch viele weitere Gründe warum sich ein gutes Zeitmanagement für arbeitende Triathleten lohnt. Schreibt mir doch, wie ihr eure Trainings plant und um eure Familien und Jobs herum jongliert.

Ana

About Ana

Auf www.waytoirongirl.ch findest du alles Wissenswerte zum Thema Triathlon - weil Triathlon mehr als nur (m)ein Hobby ist!

5 thoughts on “ZEITMANAGEMENT IM TRIATHLON

  1. Hast Du super zusammengefasst. Mittagspause ist allerdings so eine Sache, ob der Chef das mitmacht und in welcher Branche man tätig ist. Bei mir geht das zum Beispiel überhaupt nicht. Ich habe mir dafür angewöhnt, die Zeiten an meinen Partner anzupassen. Er muss meistens früher arbeiten als ich, also stehe ich mit auf und absolviere meine Trainingseinheit in dem Zeitraum bis ich arbeiten muss. Dann habe ich den Abend frei und wir können Zeit zusammen verbringen.

    1. Hallo Ann-Kathrin, schön, dass dir meine Auflistung gefällt! Hm für mich ist Training während der Mittagspause eine Selbstverständlichkeit. Mir steht aber auch eine Dusche zur Verfügung und Dank gleitender Arbeitszeiten kann ich Sport über den Mittag gut mit dem restlichen Tagesprogramm vereinbaren. Warum meinst du, könnten manche Chefs nicht einverstanden sein, wenn die Angestellten in der Mittagspause rennen statt Pause machen? Natürlich, Handwerker könnten danach erschöpft sein, aber bei Personen die im Büro sitzen sollte ja nichts dagegen sprechen.

  2. Dein Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf. Besonders der Abschnitt Qualität statt Quantität hilft sehr viel. Mich z.B. verkrampft an einen Trainingsplan zu halten, würde nie und nimmer funktonieren. Eine Familie mit vier KIndern und ein Vollzeitjob erlauben mir das nicht. Ich habe in der Woche minimum 2 Grundlagen-, 2 Kraft- und 2 Technikeinheiten. Diese schiebe ich immer ein, wie es passt. Alles andere mache ich je nach verfügbaren Zeitbudget. Gestern hatte ich vor, auf der Rolle 1,5 Stunden zu fahren und musste feststellen, dass ich einen platten Hinterreifen hatte. Zeitbudget war Mittags 2 Stunden. Also schnell das Programm gewechselt und 13 Kilometer im leichten Schneetreiben gelaufen. Geht auch und war noch schön dazu. Also nochmals danke für die Tipps und viel Erfolg, Spaß sowie Gesundheit in den kommenden Monaten.

    1. Lieber Heinz, danke für deinen tollen und vor allem ehrlichen Kommentar! Ich finde wir Triathlet/innen sind oftmals viel zu versessen. Ist es nicht so, dass die wenigsten von uns mehr als ambitionierten Breitensport betreiben können? Wir sind schlicht einfach zu alt, zu untalentiert oder was auch immer für den Spitzensport. Sonst wären wir ja Profis und nicht Breitensportler. Manchmal fehlt mir diese Einsicht bei aller Ambition etwas. Schön, dass das bei dir anders ist und du die Familie in den Vordergrund rückst. Es ist nämlich wirklich so: Triathlon kann jeder! Ich wünsch dir viel Freude bei deinen Trainingseinheiten und Erfolg in der kommenden Saison. Deiner Familie die nötige Portion Geduld 🙂

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